„Brüder, Zur Sonne, Zur Freiheit  and the beat goes on“war in den neoklassizistischen Räumen des Goethe-Instituts New York so installiert, dass vier großformatige Landschaftsfotografien von Schlachtfeldern des Burenkrieges, des amerikanischen Bürgerkrieges und der beiden Weltkriege einander gegenüberhängen und ein Kreuz bilden, in dessen Mittelpunkt der/die Betrachter/in steht. 18 Schwarzweißfotografien verfolgen die Entwicklung des Mannes vom Kindersoldaten („drummerboy“ Jackson) über den jugendlichen Rebellen (chinesische Rotgardisten, Black Panthers) bis zum verfrühten Tod (deutscher Soldat des Zweiten Weltkriegs).

Die Ausstellung erforscht die Ursachen des jugendlichen Idealismus und zeigt Parallelen zwischen den New Yorker Beatniks und Goethes Generation des Sturm und Drang auf. Die Installationsstruktur ist eine Hommage an die Poesie Allen Ginsbergs und untersucht assoziativ, warum „the beat goes on“ und die Kriegstrommeln weiterhin schlagen in den Krisengebieten des Mittleren Ostens, in Afrika, in Asien...

Die Bereitschaft zu radikalen und oft gewaltsamen Lösungen wird auf die Manipulation jugendlichen Idealismus’ zurückgeführt, aber auch auf ökonomische und soziale Umstände. Beleuchtet wird auch, wie unterschiedlich die Lebensumstände einer Generation an verschiedenen Orten sein können: 1967, als kambodschanische Rote Khmer in die Schlacht marschierten, badeten Hippies auf der Isle of Wight.

Auch diese Strophe des „Heart of Darkness“-Gedichtes ist farbkodiert: die dominanten Rot- und Gelbtöne der Farbfotografien stehen für den Roten Stern des Kommunismus, das Rot der Nazifahne, das Blutopfer, für Sonnenblumen, das goldene Licht eines Sommertages, den Glanz der Jugend.

Bettina WitteVeen